Der erste Blick auf die Bahamas ist beeindruckend. Ich habe schon oft aus dem Flugzeugfenster geschaut, aber das Spiel der Formen und Farben, Schattierungen und Lichteffekte, wenn man diese Inselgruppe bereist, ist ein Kunstwerk der Natur und wirklich atemberaubend.

Die 700 verschieden großen und unterschiedlich stark bewohnten Inseln, bestehend aus Korallenriffen, schmiegen sich ganz natürlich in das leuchtende Türkis-Blau des Atlantischen Ozeans.

Wundervoller Ausblick beim Flug auf die Bahamas

Nassau

Nassau ist die Hauptstadt der Bahamas und liegt auf der Insel New Providence Island. Fast jede Bahamas-Reise beginnt hier, da sich hier auch der wichtigste Flughafen Nassau Lynden Pindling befindet.

Bunte Häuser in Nassau

Was gibt es in Nassau zu entdecken?

Wundervolle bunte Häuser in leuchtenden Farben schmücken die Straßen der Stadt.

Ganz in der Nähe des Museums Bahamas Historical Society, in dem man etwas über die Geschichte der Bahamas erfährt, befindet sich in der Elisabeth Avenue The Queen’s Staircase, ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt.

Die 66 in Kalkstein gemeißelten Stufen führen hinauf zum Wasserturm auf dem Bennett`s Hill. Besonders morgens kann man hier in Ruhe hinaufgehen und in der Mittagshitze spenden die Mauern, die die Treppe umgeben, etwas Schatten. Ein wirklich besonderer Ort und sehr idyllisch durch den Wasserfall, der direkt neben der Treppe entlangfließt. Oben angekommen, gibt es ganz in der Nähe auch einen Aussichtspunkt mit tollem Blick über die Stadt.

Am Strand von Nassau findet man wirklich typisch karibisches Strandfeeling. An den Hütten rund um die Tiki Bikini Hut am Junkanoo Beach treffen sich tagsüber und abends viele Einheimische. Hier läuft karibische Musik und die Atmosphäre ist mega entspannt.

Junkanoo Beach

Läuft man am Junkanoo Beach entlang, kommt man zum berühmten Fish Fry, einer Ansammlung von Restaurants, in denen man neben vielen weiteren inseltypischen Gerichten, die besten “Conch Fritters” oder “Conch Salads” der Insel essen kann. Conch bedeutet Meeresschnecke und ist eine Delikatesse auf den Bahamas.

Fish Fry mit seinen Delikatessen

Besonders das Restaurant Oh Andros wurde uns von den Einheimischen am Strand empfohlen, aber auch im Trudy’s wird man herzlich empfangen.

Auch unterhalb der Docks, jenseits der Brücke, die von Nassau nach Paradise Island führt, gibt es eine Reihe von Ständen, an denen für faire Preise sehr leckeres Essen angeboten wird. Was man von den touristischen Plätzen auf Paradise Island nicht behaupten kann. Hier hat man eher das Gefühl, sie schlagen überall das Doppelte drauf.

Cabbage Beach auf Paradise Island

Straw Market

Im Herzen Nassaus gibt es den bekannten und sehr touristischen Straw Market. Die Holzschnitzereien, die dort angeboten werden, sind wundervoll und auch die Strohtaschen und Stroh-arbeiten sind zauberhaft.

Straw Market im Herzen Nassaus

Man kann aber wirklich kaum in Ruhe durchgehen, ohne von allen Seiten sehr heftig angesprochen zu werden. Ich glaube, es ist ein großes Missverständnis, dass ein Reisender, der etwas Kaufen möchte, nur am Preis interessiert ist. Er will doch in erster Linie in Ruhe schauen und sich auf die Kostbarkeiten einlassen und erst dann eine Wahl treffen, was sich so sehr schwierig gestaltet.

Holzschnitzereien auf dem Straw Market

Musik und Festivals

So wie der berühmte Beach heißt auch die bekannteste Musikrichtung der Bahamas: Junkanoo. Er geht auf afrikanische Einflüsse zurück. Es heißt, dass ein afrikanischer Stammesführer den Junkanoo mitgebracht hat, als er als Sklave auf die Bahamas kam.

Jedes Jahr ab dem 26. Dezember wird das Junkanoo-Festival oder der Junkanoo-Karneval gefeiert. Es gibt an diesem Tag und am 1. Januar eine Parade mit farbenfroh kostümierten Tanzgruppen, viel Musik und ungewöhnlichen Klängen, wie Kuhglocken, Ziegenledertrommeln oder Pfeifen. Von Juni bis August gibt es sogar jedes Wochenende ein Junkanoo-Summer-Festival. Dieses bunte und fröhliche Fest sollte man auf keinen Fall verpassen. Wer außerhalb dieser Zeiten reist, kann sich in der Junkanoo World einen Eindruck über die wundervollen Kostüme verschaffen und in die Stimmung dieses typischen Festes eintauchen.

Kultur

Wenn man sich mit den Insulanern intensiv unterhält, erfährt man viel über das, was ihnen am Herzen liegt. Das typische Essen, der Blick auf das Meer, die Familie, die Musik und die Religion. Es gibt unglaublich viele Kirchen auf den Bahamas und die meisten der Gläubigen sind Baptisten. Die Rettungsschwimmerin Anna erzählte mir zum Beispiel, dass ihre Kultur große Ähnlichkeit mit der von Trinidad hat, was geschichtlich gesehen auf die Zeit des Sklavenhandels zurückgeht.

Die Flagge der Bahamas gibt es seit 50 Jahren, seitdem die Bahamas unabhängig wurden. Sie erzählt die Geschichte vom Gelb der Sonne, vom Blau des Meeres und der dunklen Haut der Menschen, die dort leben.

Die Flagge der Bahamas

Respekt

Die Bahamas liegen vor der Küste Floridas, weshalb sie das Ferienparadies der Amerikaner sind.

Was mir aufgefallen ist: Viele der Touristen haben einen sehr arroganten Umgang den Insulanern und Angestellten gegenüber, weshalb diese wiederum Touristen gegenüber im ersten Moment etwas abgestumpft wirken. Sobald sie aber merken, dass man keiner dieser Touristen ist, die nur Künstlichkeit und Luxus auf den Inseln suchen, sondern echtes Interesse an den Menschen und ihrer Kultur hat, sind sie unglaublich herzlich und offen.

Paradise Island

Wasserwelt

Unser Taxifahrer John schwärmt zum Beispiel sehr von Long island und empfiehlt uns diesen für den nächsten Trip. Auch Cat Island ist wundervoll.

Wusstet ihr, dass man auf den Bahamas auch mit Schweinen schwimmen kann?

Wir haben es nicht gemacht und uns statt dessen das Blue Project auf Paradise Island angeschaut, mit seinen Rochen, Meeresschildkröten, Sägefischen und Haien. Für Adrenalin-Action gibt es dort auch den bekannten Aquaventure Wasserpark des riesigen Atlantis Hotels.

Das Highlight des Wasserparks sind die Challenger- und die Leap of Faith-Rutsche durchs Haibecken

Für 135 USD kann man auch ohne Hotelbuchung einen ganzen Tag dort verbringen und die vielen Rutschen im Dunkeln vom Maya Tempel aus, die “Challenger” Rutsche mit Zeitmesser oder die “Leap of Faith” Free-Fall-Rutsche durchs Haibecken erleben.

Das Gegenteil dieser künstlich geschaffenen Actionwelt ist der Cabbage Beach, ebenfalls auf Paradise Island. Ein fantastischer Ort für einen abendlichen Strandspaziergang. Auch nach dem Sonnenuntergang umspült das warme Meer noch sanft die Füße und man möchte so lange weitergehen, bis es dunkel wird.

Blue Project Atlantis

Es war ein kurzer Ausflug auf die Bahamas, den wir an unsere Florida-Rundreise drangehängt haben. Und macht Lust auf mehr…vor allem Lust auf Meer.

Beim nächsten Mal bleiben wir länger und entdecken ein paar weitere wunderschöne Orte dort.